Montenegro - Budva und Kotor

Ein Land mit vielen gesichtern

"Lass uns doch nach Montenegro!" Als ich den Vorschlag meines Freundes bekam, dort unseren diesjährigen Urlaub zu verbringen, musste ich ehrlicherweise erstmal googlen, wo dieses Land genau liegt. Montenegro liegt zwischen Kroatien und Albanien an der Adria und befindet sich auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien. Es gehört nicht zur Europäischen Union, aber besitzt den Euro als offizielles Zahlungsmittel. Schon komisch. Aber ich will euch jetzt nicht erzählen, was man mit Google alleine erfahren kann... lassen wir doch einfach unsere Erfahrungen vor Ort erzählen.

Mit Bus von kroatien nach Montenegro

Nachdem wir mit dem Flieger in Dubrovnik angekommen sind und hier auch einige Nächte verbrachten ging es für uns weiter nach Montengro!

Von Dubrovnik-Stadt aus kann man mit dem Bus nach Montenegro rüberfahren. Sind ja bis nach Budva (Montenegro) nur 93 km und im Internet haben wir vorab ein Bus für 23 Euro gebucht. Dieser soll um 10 Uhr in Dubrovnik losfahren und um 12.30 Uhr in Budva sein. Theoretisch sicher auch machbar. Ihr ahnt es. Nichts mit 2,5 Stunden und eine entspannte Busfahrt geht auch anders.

Busbahnhof Dubrovnik um 9.30 Uhr. Bepackt mit unsern sieben Sachen und voller Vorfreude ein neues Land zu erkunden. Die Plattform wo unser Bus abfahren soll haben wir schnell gefunden und wir waren froh uns nicht mehr in der langen Schlange für die Tickets anstellen zu müssen. Also der Bus dann mit etwas Verspätung einfuhr ging unser Abenteuer los. Der Busfahrer lud unten die größeren Gepäckstücke ein und schrieb mit seinen Fingern in den Dreck der Buskarosse Zahlen zwischen 20 und 50. Mal 30, mal 40, mal 50. Schnell war klar: "Ah, das ist der Preis für das Gepäck!". Unser Koffer kostete 20 Kuna (2,70 Euro). Danach hüpften wir flott in den Bus, um meinen Lieblingsplatz zu ergattern. Jackpot! Er ist noch frei! Wir saßen nicht lange, da kamen einer an, der meinte, es sei sein Platz. Beim genaueren Hinsehen stellte sich heraus, es war ein anderer. "Was steht denn bei uns auf dem Ticket?" - Fehlanzeige...wir hatten keinen Sitzplatz zugewiesen. Blödes Internet-Ticket. Wir blieben einfach sitzen und der Bus füllte sich. Kurz vor Abfahrt standen dann zwei Amis vor uns "Das ist unser Platz!" - Na toll... dass keiner wirklich auf seinen Plätzen sitzt war uns bei der ersten Busfahrt hier nicht klar. Sie fragten dann noch patzig, ob wir denn kein Ticket hätten. Wir hätten platzen können. Widerwillig setzten wir uns um und zogen dabei die Aufmekrsamkeit des Busses auf uns. Es waren nur noch getrennte Plätzte frei. Also saß ich schließlich vor meinem Freund und er hinter mir. Die Krönung des Ganzen, mein Stuhl war kaputt - er blieb nicht oben und fiel imer wieder in die Liegestellung. Für meinen Freund mit seinen 1,90 m eine kleine Katatrophe. Die Nase gestrichen voll und auch noch als Atrraktion der andern Busgäste konnten wir losfahren. Yeah - nicht.

Grenzübergang

Um kurz vor 12 Uhr kamen wir an der Grenze an. Die Verspätung ist jetzt schon zu spüren. Per Stop and Go ging es langsam zur eigentlichen Grenze. Als dann zwei Polizisten den Bus betraten war uns klar, dass wir an der Grenze sind. "Passports, please!" - sie wurden eigesammelt. So langsam meldete sich auch meine Blase. Ich müsste wohl mal so langsam. Nach einigen Minuten konnten wir weiterfahren.

Die Pässe wurden dann vom Busfahrer an zwei Touristen im Bus gegeben. Sie sollten sie verteilen. Da wurden dann Pässe mit Fotos rumgezeigt und Namen gerufen. Wirkte alles etwas skurill. Dann kam noch ein Grenzstopp. Der eine ist wohl der der Koraten gewesen, der nächste wohl der ner Montenegriner.

Der Busfahrer jagte dann alle mit ihrem Pass nach draußen. Wir standen dann Schlange an einem kleinen Grenzhäuschen und durften uns vorstellen. Ich fragte den Busfahrer dann nach einer Toilette - "In 10 Minutes! Just wait!" Okay...10 Minuten halt ich noch aus. Wir mussten dann auf der andern Seite der Grenze warten bis alle im Bus durch waren zur "Gesichtskontrolle". Erst dann konnte der Bus (ohne uns) die Grenze überqueren und uns drüben wieder einladen. Nach der "10 Minutes-Ansage" sind schon 20 vergangen und wir müssen ja noch weiterfahren. Meine Blase schmerzt. Ca. 30 Minuten später erreichen wir endlich Herzceg Novi, wo wir Halt machen. Ich kann kaum laufen so weh tut meine Blase. Ich stürme aus dem Bus und schaffe es sogar als erste zu den Toiletten - sonst wäre womöglich auch ein Unglück geschehen.

Ankunft in Budva

Als wir den Bus mit einer Verspätung von 3 Stunden um 15.30 Uhr verlassen konnten, waren wir einfach nur froh angekommen zu sein. Den Weg zur Unterkunft sind wir gelaufen - ist ja nicht weit. Aber mit Gepäck bei 34 Grad und vollen Straßen ist 1 km auch nicht ohne. Ein Taxi für 4 Euro hätte es auch getan - Hinterher ist man immer schlauer.